Die „Friedensbewegung“

Anfang des Jahres 2014 zeigte sich die sogenannte „Friedensbewegung“ erstmals und machte via Facebook zu sog. „Montagsmahnwachen“ mobil. Diese haben mit den Montagsdemonstrationen der Wendezeit wenig zu tun. Sie zeichnen sich inhaltlich vorwiegend über Verschwörungstheorien aus und ziehen keinen klaren Trennungsstrich gegenüber rechten, faschistoiden und faschistischen Inhalten, Personen und Gruppierungen. So rufen sie beispielsweise dazu auf gegen die „Propagandamedien“ vorzugehen, denn diese wollen nach ihrer Auffassung einen dritten Weltkrieg gegen Russland entfesseln und ignorieren die Friedensaktivist/innen daher systematisch¹ . Eine weitere Theorie, welche viele Anhänger/innen gefunden hat, besagt, Deutschland sei kein souveräner Staat und stehe immer noch unter Verwaltung der Besatzungsmächte². Der Anmelder der Berliner „Friedensdemonstration 2014“, Lars Mährholz, geht zum Beispiel in einem Interview mit der 'Voice of Russia'³ auf einen weiteren inhaltlichen Punkt der Bewegung ein. In diesem wird erklärt, dass an allen Kriegen der letzten 100 Jahre ausschließlich die US-Notenbank Federal Reserve Schuld sei. Dabei wird stets betont, bei der FED handele es sich um eine Privatbank. In faschistischen Kreisen ist die Entcodierung dieser Aussage lange bekannt und mündet in der Schlussfolgerung: Das jüdische Finanzkapital sei die Ursache allen Übels in der Welt. Die antisemitischen Züge dieser Theorie sind demnach kaum zu verleugnen.  

Abb. 86: Aufruf der "Friedensbewegung"
Abb. 86: Aufruf der "Friedensbewegung"