„Hooligans gegen Salafisten“

Eine weitere neu-rechte Erscheinung, die ebenfalls via Facebook mobilisierte, nennt sich „Hooligans gegen Salafisten“ (HogeSa). Am 28. September 2014 lud die Gruppe zu einem ersten „Kennenlernen“ in Dortmund ein. Weitere Kundgebungen in Essen, Mannheim und Nürnberg folgten. Dabei kamen sie jedoch nicht über 300 Personen hinaus¹. Ziel war es, Kundgebungen von Salafisten um den bekannten Konvertiten Pierre Vogel zu stören und somit die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu erlagen und womöglich positive Resonanz hervorzurufen². Für den 26. Oktober 2014 mobilisierte die Gruppe nach Köln zu einer Demonstration, welcher sich geschätzt zwischen 3000 und 5000 Personen anschlossen. Dass es dabei weniger um den Salafismus, als vielmehr um den Islam an sich geht, wurde schnell ersichtlich. Zunächst fand eine Kundgebung am Kölner Hauptbahnhof statt, auf welcher mehrere rechtsradikale Redner zu Wort kamen und u.a. die rechtsextreme Hooligan-Band „Kategorie C“ spielte³ . Im Anschluss begann der Marsch durch die Innenstadt. Bereits nach wenigen Minuten wurden Gegendemonstrant/innen angegriffen, ausländerfeindliche und rechte Parolen gerufen und mehrfach der 'Hitlergruß' gezeigt. Nach weiteren 300 Metern wurde die Demonstration aufgelöst und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei . Daraufhin wurden weitere Demonstrationen in Berlin, Hamburg und Aachen angekündigt, welche jedoch untersagt wurden oder aus Angst vor Gegenaktionen von Antifaschist/innen in Hamburg abgesagt wurden. Zuletzt fand eine Demonstration am 15. November in Hannover statt, welche jedoch strengen polizeilichen Auflagen unterlag.


Abb. 87: "HogeSa"-Anhänger auf einer Demonstration
Abb. 87: "HogeSa"-Anhänger auf einer Demonstration