Staging, Editing und Montage

Bei dem Film American History X legt der Regisseur Wert darauf, dass das Dargestellte so real wie möglich erscheint. Dennoch benutzt er viele unterschiedliche Kameraperspektiven und -einstellungen. Die Haupteinstellung bleibt dabei die Normalperspektive. Lediglich in ausgewählten Szenen greift der Regisseur auf andere Perspektiven, wie z. B. auf die Vogel- oder Froschperspektive zurück. Durch letztere Perspektiven werden Szenen subjektiviert. Im Gegensatz zur Normalperspektive wird nicht nur das eigentliche Geschehen dargestellt. Hierbei werden bestimmte Bilder durch verschiedene Blickwinkel hervorgehoben oder in den Hintergrund gedrängt.

Abb. 60: Vogelperspektive des Basketballplatzes
Abb. 60: Vogelperspektive des Basketballplatzes
Abb. 61: Froschperspektive im Polizeipräsidium
Abb. 61: Froschperspektive im Polizeipräsidium
Abb. 62: Froschperspektive während des Überfalls
Abb. 62: Froschperspektive während des Überfalls

In den meisten Sequenzen wird das Dargestellte in Normalperspektive gezeigt und häufig werden diese Einstellungen über die Schultern der Protagonisten gefilmt. Somit soll eine natürliche Wahrnehmung für die Zuschauenden erzeugt werden. Auffällig ist aber, dass der Regisseur viele Groß- oder Nahaufnahmen verwendet. Durch diese Aufnahmen wird ein besonderer Fokus auf die Mimik der handelnden Person(-en) und deren Gefühlslage gelegt. Ein Beispiel hierfür wäre der Gesichtsausdruck Dannys, nachdem Derek Lawrence erschoss. 

Abb. 63: Über-Schulter-Perspektive während Dereks erstem Mord
Abb. 63: Über-Schulter-Perspektive während Dereks erstem Mord
Abb. 64: Nahaufnahme von Danny nach Dereks Mord an Lawrence
Abb. 64: Nahaufnahme von Danny nach Dereks Mord an Lawrence
Abb. 65: Nahaufnahme von Derek während seiner Verhaftung
Abb. 65: Nahaufnahme von Derek während seiner Verhaftung

In besonderen Szenen werden häufig Detailaufnahmen gemacht. Diese Details haben eine sinnhafte Funktion im Film. Einige Beispiele hierfür sind der Duschkopf, als Derek seine nazistische Vergangenheit 'abspült' oder der Lauf der Pistole von Little Henry, als er Danny tötet. Perspektiven wie die Vogel-oder Froschperspektive werden sehr selten benutzt. Dadurch bleibt der Blickwinkel für die zuschauenden Personen ein 'natürlicher'. Schnelle oder ruckartige Sequenzen sind bei dem Film ebenfalls selten und bilden Ausnahmen. Hervorstechend an den Totalen ist, dass die am Anfang in schwarz-weiß und die am farbig dargestellt ist. Daran findet sich der Sinneswandel von Derek wieder.

Abb. 66: Totale in schwarz-weiß
Abb. 66: Totale in schwarz-weiß
Abb. 67: Detailaufnahme des Duschkopfs
Abb. 67: Detailaufnahme des Duschkopfs
Abb. 68: Totale in Farbe
Abb. 68: Totale in Farbe

Obwohl die Handlung des Filmes an einem einzigen Tag spielt, besteht er aufgrund der Rückblicke aus vielen ständig wechselnden Szenen. Die Bewegungen der Kamera in den einzelnen Szenen beschränkt sich dabei hauptsächlich auf Kameraschwenks oder Zooms. Manchmal kommt auch die handelnde Person auf die Kamera zu, weshalb kein Zoom notwendig ist. Die Aufmerksamkeit wird durch die Zooms, Schwenks und Bewegungen immer auf bestimmte Personen oder Details gelegt.   

Abb. 69: Derek läuft zu Lawrence
Abb. 69: Derek läuft zu Lawrence
Abb. 70: Derek geht aus seinem Zelltrakt
Abb. 70: Derek geht aus seinem Zelltrakt
Abb. 71: Die Vinyards verlassen das Gefängnis
Abb. 71: Die Vinyards verlassen das Gefängnis

Die Kameraführung kommt im Allgemeinen ohne Besonderheiten aus. Dem Regisseur geht es bei seinen Einstellungen hauptsächlich darum, den zuschauenden Personen Gefühle und Emotionen der Handelnden zu vermitteln oder die Situationen realitätsnahe darzustellen. Die Detailaufnahmen haben meistens eine besondere Funktion.